Schwarzwald Modellbahn |
Schon der erste Eindruck ist für einen Modelleisenbahner beeindruckend. Nein, ein "Rummelplatz" ist die Schwarzwald Modellbahn in Hausach wirklich nicht. Das liegt mit Sicherheit auch am Thema der Ausstellungsanlage, die sich strikt an der berühmten Schwarzwaldbahn orientiert. Fast glaubt man, das zuerst die Landschaft gestaltet und erst dann die Trassen für die Modellbahn geschaffen wurden. Von den verschiedenen Ebenen hat man immer wieder einen herrlichen Blick auf den Schwarzwald - Verzeihung - auf die Modellbahn natürlich. Grüne Wiesen und Wälder prägen den Gesamteindruck. Überall sind liebevolle Szenen aus dem Alltag nachgestellt.
Man merkt sofort, das diese Anlage von erfahrenen Modell- und Vorbildbahnern konzipiert und gebaut wurde. Zum vorbildgerechten Eindruck tragen mit Sicherheit die nach Originalplänen entstandenen Gleisanlagen und Gebäude der Orte Hausach, Hornberg und Triberg sowie die großzügig bemessenen Radien und schlanken Weichen (Gleismaterial Roco) bei. Ach, so viel Platz würde man sich auch für seine Heimanlage wünschen ...
Initiator und Betreiber Thomas Panzer hat sich sehr viel Mühe gegeben, seine Bahn so vorbildlich wie möglich aussehen zu lassen. Darum hat er sich auch von dem Gedanken verabschiedet, das die Anlage Ende 2003 komplett durchgestaltet sein sollte. Er und sein eingespieltes Team wollen weiterhin mit der gleichen Qualität bauen - bis zum letzten Grashalm. Die Besucher werden dafür mit einer fast perfekten Miniaturlandschaft und die Modellbahner unter ihnen mit langen Strecken und einem vorbildgerechten Zugbetrieb belohnt.
Die sehr langen Bahnsteiggleise und die endlosen zweigleisigen Fahrstrecken mit den Wendeln würden sich hervorragend für lange Züge eignen. Aber leider gab es die, von Ausnahmen abgesehen, auf dem steigungsreichen Vorbild nicht. Und so sind auch die auf der Anlage fahrenden Züge eher kurz. Aber immer sind es Zugkompositionen, wie es sie auch im Vorbild gab. Sogar der bis vor einigen Jahren noch verkehrende Interregio ist hier noch anzutreffen.
Ein Besuch der Schwarzwald Modellbahn in Hausach, die nach eigenem Bekunden die größte europäische Modellbahn nach realem Vorbild ist, lohnt sich bestimmt ! Und zwar jetzt, weil man an wenigen Stellen noch Einblick durch den Rahmen auf den Unterbau und die Technik hat.
Die Schwarzwaldbahn ist die einzige zweigleisige Gebirgsbahn der Bahn AG. Eine besondere Stellung erhielt sie wegen ihrer vielen Tunnels. Seit Ende 1873 ist die Bahnstrecke zwischen Offenburg über Singen bis hin zum Bodensee auf 180 km durchgehend befahrbar. Die Anfänge gehen auf ein Gesetz des Jahres 1838 zurück.
Allein der 53 km lange Schienenweg zur Überquerung des Schwarzwaldes von Hausach über Triberg nach Villingen verschlang die immense Summe von 24 Mio. Mark. Die hohen Baukosten waren im wesentlichen auf die vielen Tunnels zurückzuführen. Auf dem Teilstück Hornberg - St. Georgen schlug der 1,6 Km lange Sommerautunnel mit 2,7 Mio. Mark zu Buche. Auffallend auch die für eine Gebirgsbahn nur wenigen Brücken und Viadukte. Die größte Brücke über das Reichenbachtal bei Hornberg hat eine Höhe von 23 m und vier Öffnungen von je 30 m Länge.
Die maximale Steigung der Schwarzwaldüberquerung beträgt 1:50. Der höchste Punkt der Strecke ist mit 832 Metern über dem Meeresspiegel auf der Sommerau erreicht.
Eine Besonderheit der Strecke sind sicherlich die beiden Schleifen bei Niederwasser und zwischen Triberg und Nußbach, die erstmals angewandt wurden und für den Gebirgsbahnbau neue Wege aufzeigten.
1963 nahm das Land Baden-Württemberg und die Deutsche Bundesbahn Verhandlungen über eine Elektrifizierung auf. Aber erst im Jahre 1972 erfolgte der Startschuss. Nach über dreijähriger Bauzeit wurde 1975 der elektrische Betrieb zwischen Offenburg und Villingen aufgenommen. Zwei Jahre später war dann die Lücke Villingen - Konstanz geschlossen und der durchgehende elektrische Betrieb der Schwarzwaldbahn gewährleistet !Der Bahnhof Hausach stellt beim Vorbild genauso wie beim Modell den zentralen Punkt dar. Hier beginnt die eigentliche Bergstrecke der Schwarzwaldbahn. In seinen Glanzzeiten war der Bahnhof Hausach Außenstelle des Bahnbetriebswerkes Villingen und hatte bis zu 300 Beschäftigte. Sämtliche Schublokomotiven für den Bergdienst waren hier beheimatet.
Außerdem zweigt in Hausach die Kinzigtalbahn nach Freudenstadt ab. Der Modellbahnhof ist mit einer Länge von fast 17 Metern genau im Maßstab 1:87 gehalten. Sogar lange Güterzüge verlieren sich im Bahnhofsfeld.
Zuerst geht es natürlich zur Schwarzwald Modellbahn in Hausach, direkt gegenüber dem Bahnhof. Öffnungszeiten und Infos auf der Webseite.
Im Umkreis von 25 Kilometern bietet sich einiges für einen Tagesausflug an. Besonders zu erwähnen wäre hier das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach und die Glashütte in Wolfach. Wer den touristischen
Trubel nicht scheut, kann auch einen Abstecher zu den Wasserfällen in Triberg machen. Und natürlich auch eine Fahrt auf der berühmten Schwarzwaldbahn von Hausach nach Villingen, dem wohl schönsten Abschnitt dieser einmaligen Mittelgebirgsstrecke.Für Modellbahner ist auch ein Besuch der Firma Faller in Gütenbach zu empfehlen. Und wer auf seiner Anlage die "Hexenlochmühle" stehen hat, wird sich außer dem Hersteller des Modells sicher auch für das Original interessieren.
Gesteuert wir die gesamte Bahn mit drei Digitalsystemen von Lenz, die jeweils zum Fahren, Schalten und Melden verwendet werden. Diese Maßnahme bringt, zusammen mit einem Watchdog Baustein von LDT, mehr Sicherheit und eine bessere Bedienbarkeit im Falle einer technischen Störung. Auch die Übertragungskapazitäten zwischen Steuerrechner und Anlage sind dadurch effektiver verteilt. So ist es möglich, dass ein Railware PC ausreicht, um die gesamte Anlage zu steuern. Und Betrieb ist wirklich genug: von den fast 120 vorhandenen Zügen tummeln sich regelmäßig um die 40 auf den langen Fahrstrecken, den beiden Gleiswendeln, den drei Bahnhöfen und den Schattenbahnhöfen.
Die Anlage wird von über 30 Boostern der Firma Lenz versorgt. Sie sind entlang der Trassen unter der Anlage montiert. Damit man erkennen kann, ob ein Booster betriebsbereit ist, werden die Ausgänge mit Rückmeldebausteinen RS-16 überwacht.
Als Weichendecoder wurden LS-100 von Lenz eingesetzt, weil die Lage der Weichenantriebe überwacht werden sollte. Die LS-100 sind dafür gut geeignet, weil sie die dafür nötige Elektronik eingebaut haben Das Rückmeldesystem basiert ebenfalls auf der Technik von Lenz. Dabei handelt es sich um einen Zweidrahtbus (Anschlussklemmen RS). Dies sind besondere Vorteile des Lenz Digitalsystems, denn es erlaubt Anlagen mit relativ großer Flächenausdehnung. Die Belegtmeldebausteine stammen allerdings von LDT. Es sind die RS-GB-8 Bausteine, die auf einer Platine 8 optoisolierte Eingänge mit Stromfühlern besitzen und bei Boosterausfall selbsttätig in einen Speichermodus gehen. Die Gleisabschnitte (Blöcke) haben eine Länge von 6 bis 9 Metern. Für die Ansteuerung der vielen Lichtsignale werden LS-DECdb, auch von LDT, eingesetzt.
Das Railware Gleisbild ist großzügig angeordnet und wie beim Vorbild stark stilisiert. Über fünf Funktionstasten lassen sich alle Bahnhöfe schnell in Fenstermitte positionieren. Das Gleisbild enthält 152 Zuganzeiger und 112 Weichen. Es gibt 411 konfigurierte Rückmelder und 172 Schaltadressen.
Übrigens: beim Vorbild würden 4 Züge für den nachgebildeten Streckenabschnitt reichen, aber auf der Modellbahn werden ca. 40 aktive Züge benötigt, um einen "realistischen" Eindruck zu vermitteln.
Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten, die bei derartig umfangreichen Projekten fast unvermeidbar sind, ist Thomas Panzer mehr als zufrieden. Zwar gibt es gelegentlich Störungen der verschiedensten Art, es handelt sich ja schließlich "nur" um ein Spielzeug, aber die Regel sind bis zu 14 tägige Phasen, an denen die Bahn morgens gestartet und abends wieder ausgeschaltet wird.
Das ist eine Superleistung, an der Spezialist Ralf Schrempp, der die Inbetriebnahme eigenständig durchführte, maßgeblich beteiligt ist. Aber auch Railware hat daran sicher seinen Anteil - genau so wie die eingesetzte Technik der Firmen Roco, Lenz und LDT.
Weitere Informationen zum Lenz Digitalsystem und seinen Komponenten.
Hier weiteres über das vielfältige Lieferprogramm von LDT.
Zur Firma Roco kommen Sie hier.
Und natürlich zur Schwarzwald Modellbahn.Diese Seite wurde nach eigenen Beobachtungen und Informationen des Betreibers zusammengestellt. Die Bilder wurden von der Schwarzwaldmodellbahn zur Verfügung gestellt, die auch die Rechte daran hat.
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Andrea Hinz. Kontakt zum Railware Team
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