Zugidentifikationssysteme |
Eine Modellbahnanlage, die mit einem Railware PC überwacht wird, benötigt prinzipiell keine spezielle Zugidentifikation. In der Software ist ein auf normalen Rück- oder Belegtmeldebausteinen basierendes Zugverfolgungssystem integriert. Es ermöglicht eine lückenlose Zugverfolgung über die Anlage - auch bei Handsteuerung von Zügen.
Bei diesem Verfahren ist die einmalige Identifikation eines Zuges anhand seines Namens aus einer Liste durchzuführen. Alles weitere geschieht selbsttätig durch die Logik der Zugverfolgung.Trotzdem kann die Nutzung eines Zugidentifikationssystems mit der internen Zugverfolgung in Railware sinnvoll sein, da sie sich vollständig integriert und die kontaktbasierte Zugverfolgung und -identifikation an besonderen Stellen (Aufgleisstelle) selbsttätig synchronisiert.
Gelegentlich liest man Angaben von Herstellern zur "Notwendigkeit" von externen Zugidentifikationssystemen in "modernen" Softwareprogrammen. Im Falle Railware ist dies 100% falsch ! An keiner Stelle und zu keiner Zeit ist ein externes Zugidentifikationssystem erforderlich. Wirklich moderne Softwaresysteme kommen eben ohne sie aus ...
Kernstück aller Zugsteuerungsfunktionen in Railware ist die vollautomatische Zugverfolgung. Sie findet allein durch Rückmelder heraus, wo und vor allem in welcher Richtung Zugfahrten stattfinden und zeigt sie im Gleisbild an. Um heraus zu finden, um welchen Zug es sich handelt, und diesen dann anzuzeigen, ersetzen Sie einmalig einen allgemeinen Text in den Railware Zuganzeigern durch die gewünschte Zugbezeichnung. Künftig wird der entsprechende Name des Zuges angezeigt.
Über die Auslösung der benachbarten Rückmelder wird der Zug nun weiterverfolgt. Da der Software außerdem die Digitaladresse bekannt ist, kann je nach Betriebs- und Fahrsituation eine Zugbeeinflussung stattfinden.Dabei ist es gleichgültig, ob Züge von Hand oder mit dem PC gesteuert sind, die Zugverfolgung zeigt sie im PC Gleisbild korrekt an.
Die Zugsteuerung von Railware identifiziert Züge durch einen eindeutigen Zugnamen. Jedem Zugnamen wird eine Lokomotive zugeordnet. Die angezeigten Züge werden nach Beenden von Railware gespeichert und bei einem Neustart wieder angezeigt.
Im Railware System können sich die Komponenten für die Zugidentifikation entweder in den Lokomotiven oder dem Zug befinden. Railware erkennt jeden Zug richtig und positioniert den Zug an die entsprechende Position im Gleisbild. Dies gilt ausdrücklich auch für Mehrfachtraktionen.
Mögliche sinnvolle Anwendungen könnten sein:
Aufgleisstelle für neue Züge Gleisabschnitte an denen neue Züge auf die Anlage gestellt werden (z.B. mit TrainSafe), können mit einem Empfangsgerät für die Zugidentifikation ausgestattet sein. So kann der Zug sofort per PC bedient und gefahren werden. Die Auswahl des Zuges am PC entfällt. Sinnvoll besonders dann, wenn auf der Anlage Züge häufig gewechselt werden. Nichtüberwachte Anlagenteile mit zufälliger Zugreihenfolge Wenn sich in nicht überwachten Anlagenteilen nach der Rückkehr eine andere Zugreihenfolge ergibt, erkennt Railware selbsttätig den richtigen Zug und 'übernimmt' ihn an der Gleisbildposition. Von dort an wird er mit der normalen Zugverfolgung weiter positioniert. Ist die Reihenfolge der Züge die den mit Rück- oder Belegtmeldern überwachten Anlagenteil identisch mit der Reihenfolge bei der Rückkehr, dann ist eine Zugidentifikation an dieser Stelle unnötig. Dies ist z.B. bei Blockstrecken der Fall. Zugübernahme aus einem Rangierbereich Sinnvoll ist beispielsweise ein Lesegerät an den Verbindungsgleisen zwischen BW und einem Bahnhof, da im BW oft freizügig gefahren und rangiert wird und die dann zusammengestellten Züge anschließend 'fahrfertig' an den PC übergeben werden. Zusätzliche Synchronisation in Schattenbahnhöfen Sind an den Ein- und Ausfahrtgleisen von Schattenbahnhöfen Lesegeräte positioniert, können unbekannte Züge selbsttätig erkannt werden. Es erfolgt eine Synchronisation mit den tatsächich fahrenden Zügen. Ein Vorteil ist die Möglichkeit der selbsttätigen Synchronisation nach einem Handbetrieb ohne PC. Primär arbeitet Railware mit seiner eigenen, zuverlässigen Zugverfolgung. Ist eine externe Zugidentifikation in Railware integriert, dann kann dies bei einer Verletzung der internen Logik, z.B. Zug wird vom Zugidentifikationssystem an einer völlig unerwarteten Position gemeldet, zu unerwarteten Reaktionen kommen, da der Zug angehalten werden muss.
Verschiedene Hersteller arbeiten an unterschiedlichen Technologien und jeder hofft, das 'seine' Methode einmal von der DCC Gruppe der NMRA zum Standard erhoben wird.
Die Rückmeldung einer Identifikationsnummer, in der Regel die Lokadresse, erfolgt über verschiedenen Medien:
Messung von Stromverbrauchsschwankungen in einem Belegtabschnitt
Überlagerung der Gleisimpulse durch eingeschachtelte Zusatzimpulse
Infrarot Übertragung an einen Empfänger
Ablesen eines Strichcodes
Auswerten eines berührungslosen Transponders
Lokdecoder senden Adressinformation an BelegtbausteinEs liegt in der Natur der Sache, das diese Methoden verschiedene Vor- und Nachteile besitzen. Die ersten drei erfordern neue Lokdecoder oder einen Zusatzbaustein in der Lok. Die letzten beiden eignen sich besonders zur nachträglichen Ausstattung mit einem Zugidentifikationssystem. Bei den ersten beiden Methoden kann zu einem beliebigen Zeitpunkt immer nur eine Lok (deren Sender) im Meldeabschnitt sein. Mehrfachtraktionen oder Funktionsdecoder in den Wagen sind nicht möglich. Die ersten beiden Methoden benötigen guten elektrischen Kontakt und die Strichcode Methode erfordert größere Umbaumaßnahmen an den Gleisen und einen möglichst gleichen Abstand der angebrachten Codestreifen.
Nur bei Infrarot-, Strichcode- und Transponderübertragung sind, heutiger Stand, Mehrfachtraktionen erlaubt. Mehr noch: der Wagenverband, also der Zug, kann getrennt von der oder den Loks erkannt werden. So können bei gleichbleibender Identifizierung verschiedene Loks am Zug sein.
Loks oder Wagen können nachrüstbare, preiswerte Transponder habenIn der Zwischenzeit (Stand: Oktober 2003) gibt es von Helmo eine neue Gerätegeneration und auch die Firma LDT ist in dieses System eingestiegen. So gibt es von Helmo das COL-10 Lesegerät mit externer Antenne und das neue Inter-10 für die serielle Ankopplung an einen PC. Von LDT gibt es das Interface TD-88 für den S88 Bus. Damit können die Daten der COL-10 Lesegeräte direkt von allen Digitalsystemen mit S88 Anschluss, z.B. Märklin, HSI-88, Intellibox, TwinCenter, Bauer-Bahn-Control, eingelesen werden. Diese Geräte werden von den Herstellern in Kürze offiziell angekündigt und ausgeliefert.
Manche Systeme sind bisher in relativ geringen Stückzahlen im Einsatz. Am verbreitetsten dürften Zimo, Helmo und Digitrax sein. Lenz liefert sein System bisher (Herbst 2003) nicht an Kunden aus. Über das neue rückmeldefähige Belegtmeldemodul für das Selectrix System von Müt liegen keine Erkenntnisse vor, da Kunden bisher nicht nachgefragt haben.
Aus diesen Gründen halten wir derzeit das Helmo System am geeignetsten. Es ist außerdem schon längere Zeit am Markt verfügbar und es liegen ausreichende praktische Erfahrungen vor. Das gilt zwar auch für das Zimo System, doch leider will der Hersteller keine Informationen herausgeben, wie ein PC diese Daten auswerten kann.
Die Montage der Transponder kann an der Lok, bei Mehrfachtraktionen auch an mehreren Loks, sowie am Wagenverband erfolgen. Die Transponder Nummer kann darum wahlweise in den Lok- oder Zugparametern hinterlegt werden, wobei keine manuelle Eingabe erforderlich ist.
TD-88, COL-10, Antenne und verschiedene Transponder
Wir werden alle neuen Systeme unterstützen, deren Hersteller Systeme mit PC Interface anbieten, uns benötigte Informationen offen legen und deren Komponenten erprobt und verfügbar sind.
Lenz und Zimo geben keine Informationen an Softwareentwickler heraus. Das Müt System folgt bei entsprechender Nachfrage.
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Andrea Hinz. Kontakt zum Railware Team
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